Die kulturellen Touren haben hauptsächlich die einheimischen Völker des Omo Valley im F6kus. Solche einzigartigen Kulturen helfen uns, wirklich zu unterscheiden, was im Leben grundlegend wichtig ist und was nur eine Äußerlichkeit darstellt. Es hilft uns, zu realisieren, dass man sehr wenig braucht, um glücklich zu sein.
Hier leben Menschen, deren Leben in keinster Weise von der Erhöhung des Benzinpreises oder vom steigenden oder fallenden Dollarkurs beeinflusst wird. Menschen, die keinen Psychotherapeuten und keinen Eheberater brauchen. Das Angebot moderner Gerätschaften und 'Wohltaten' fehlt ihnen nicht. Sie benötigen nicht viel und decken ihren Bedarf aus der Natur, in die sie glücklich 'verbannt' sind. Sie sind nicht primitiv, wie engstirnige Leute vielleicht annehmen, sie orientieren sich einfach an anderen Werten als moderne Menschen. Sie leben harmonisch und glücklich. Ist es nicht schließlich das, was wirklich zählt?
Eine Kulturleistung besonderer Art bezeichnet den Konstruktionsstil, in dem die verschiedenen Bevölkerungsgruppen ihre Häuser bauen. Die Dorze, die Sidama und die Gurage sind im Besonderen bekannt für ihre gewölbten oder bienenstock-artigen Bauten, die die verschiedenen Verwendungsmöglichkeiten von Bambus demonstrieren.
Man kann nur vermuten, warum es ausgerechnet auf diesem kleinen Fleck auf der Welt so viele verschiedene Völker gibt, aber ein wahrscheinlicher Grund könnte sein, dass dies rein zufällig der Ort war, wo vier Gruppen völlig verschiedener kultureller Zugehörigkeit aufeinander trafen.
Sieben deutlich unterscheidbare Ethnien leben am Rande des Mago National Park, und ein Besuch in diesem Park hat daher zwei Vorteile:
Der eine ist es, wilde Tiere zu erkunden; der andere, diesen erstaunlichen Menschen zu begegnen und ihre kulturellen Charakteristika und die Art und Weise, wie sie den Park als integralen Bestandteil des natürlichen Ökosystems bewohnen, kennen zu lernen.
Die Einzigartigkeit des Omo Valley besteht darin, dass dort Völkerschaften der vier großen Sprachfamilien Afrikas einschließlich der 'endemischen', omotischen Sprachen in einem relativ kleinen Gebiet vertreten sind.
Für Anthropologen stellt das Omo Valley nahezu das sprichwörtliche 'Lebendige Museum' dar.
Nachfolgend sind einige der faszinierenden Menschen und Kulturen aufgezählt:
Der Dorze Stamm: - eine große Tradition in der Baumwollweberei
Sie gehören zur großen, omotischen Sprachfamilie Südäthiopiens. Einst Krieger, verdienen sie mittlerweile ihren Lebensunterhalt mit Landwirtschaft und Baumwollweberei. Der Name Dorze steht für feinstes gewebtes Baumwolltuch und für die charakteristischen Bambushütten, die hoch aufgerichtet und bienenkorb-artig geformt sind. Im Norden von Addis, auf dem Weg zum Entoto, lebt und webt eine ziemlich große Dorze Gemeinschaft. Diese Menschen nehmen administrative und polizeiliche, also städtische Einrichtungen höchst selten wahr. Sie schlichten alle Streitigkeiten auf gewohnte Weise durch Einbeziehung ihre Ältesten.
Konso: - das Volk des hölzernen Totems
Etwa 960 Meilen südwestlich von Addis Ababa liegt das weitgehend agrarisch erschlossene Land der Konso, das von präkambrischen Serpentinen und Granitfelsen umgeben wird. Die Konso Leute sprechen die östliche kuschitische Sprache und sind Ackerbauern und Weber.
Das Geheimnisvolle dieser Menschen übersteigt die Vorstellungskraft des Besuchers und zeigt sich vor allem in der unverwechselbaren Idealisierung, mit der sie die Gestalten und Heldentaten ihrer Verstorbenen mittels hölzerner Totemfiguren symbolträchtig verehren.
Hamar und Benna: - der Bullensprung
Weit entfernt im Südwesten der Omo Region, hinter dem MountBuska leben die Hamar und die Benna. Die Lebensweise dieser erstaunlichen Menschen, die ihre Zeremonien und Riten traditionell pflegen, blieb lange Zeit im Dunkel verborgen.
Die Hamar und Benna, zwei der omotisch sprechenden Stämme aus dem fernem Südwestäthiopien offenbaren ihre traditionelle Weisheit im Ritus des 'Bullensprungs'. Dabei laufen junge Männer über die Rücken einer Reihe nebeneinander gestellter Rinder.
Dieses Ritus verfolgt einen doppelten Zweck: einerseits geht es um den Übergang von der Jugend zum Erwachsenenalter, andererseits ergibt sich so ein Anlass, bei dem sich sowohl Männer als auch Frauen schmücken, um einen Partner zu gewinnen.
Die Männer tragen ein ockerfarbene Haarknoten mit Straußenfedern, während das Haar der Frauen mit ockerfarbenem Fett zu gerollten kurzen Büscheln geformt ist.
Mursi & Surma: - Volk der Lippen- und Ohrenplatten
In der fernen Wildnis des Südwestens von Äthiopien lebt das Völker der Mursi und Surma. Diese Menschen wurden von Äthiopien und dem Rest der Welt vergessen, und sie für ihren Teil hatten keine Vorstellung von der Außenwelt einschließlich Äthiopiens bis die siebziger Jahre.
Sie sind Bewohner der Savanne, aber auch in den Bergen angesiedelt und weisen solch weit reichende kulturelle Besonderheiten auf, dass sie den Besucher ständig in Staunen versetzen.
Während die Frauen ihre Schönheit und ihr Durchhaltevermögen unter Beweis stellen, indem sie Ohrläppchen und Lippen piercen, demonstrieren die Männer ihren Mut und ihre Standfestigkeit durch zeremonielle Stockkämpfe.
Die Karo Stämme: - Volk der mit Kreide bemalten Körper
Der Stamm der Karo, der entlang der Ufer des unteren Omo River lebt, pflegt reichhaltige, symbolträchtige Rituale - durch den Einsatz von prachtvoller Körperbemalung und aufwändigem Kopfschmuck -, die ihre spezielle Bedeutung innerhalb ihrer Gemeinschaft haben.
Die wichtigste Zeremonie im Leben eines Karos ist das Pilla oder Springen über eine Gruppe von Ochsen. Dieses Ritual markiert den Übergang vom Jugend- zum Erwachsenenalter. Die Zeremonie ist jener der Hamar ähnlich, aber die Karo sind nur vier Versuche gestattet, über die Ochsen zu springen, ohne zu fallen.
Dassanetch: - Volk der Beschneidung
Sie sprechen eine völlig andere Sprache und sind die eigentlich kuschitisch sprechende Gruppe des Omo Valley.
Das wichtigste Ritual vom Dassanetch ist das so genannte dime Ritual. Theoretisch kann nur ein Mann, der eine Tochter hat, beschnitten werden, tatsächlich jedoch wird die Beschneidung für eine ganze Altersgruppe ausgeführt. Die Tochter ist in der dime-Zeremonie am wichtigsten. Nach der Zeremonie, die sechs Wochen lang zelebriert wird, werden die Teilnehmer als 'erwachsene Männer' angesehen und dürfen sich in der Politik engagieren.
Das dime-Ritual wird direkt mit der bevorstehenden Ehe der Tochter verbunden: für diesen Anlass werden große Mengen von Rindern geschlachtet.
Anerkennung: Diese Web Site enthält einige Auszüge aus den verschiedenen Veröffentlichungen der äthiopischen Tourismuskommission.
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